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Die Alpenblumen der Schweiz: Alles über die beeindruckende Vielfalt

Die Alpenflora der Schweiz ist von beeindruckender Vielfalt: Rund 1.000 Blütenpflanzenarten gedeihen in den Schweizer Bergen. Während der Hauptblütezeit im Sommer zaubern zahllose Blumen überall Farbtupfer in die Landschaft, selbst in hochgelegenen Felsregionen. Neben den allseits bekannten Arten wie Enzian, Alpenrose und Edelweiss gibt es in den Schweizer Bergen auch viele Arten, die nur Botanikern geläufig sind.

Welche Bergblumen gibt es in der Schweiz?

In den Schweizer Bergen kommen insgesamt um die 1.000 verschiedene Arten von Alpenblumen vor. Neben vielen Pflanzenarten, die es auch in tieferen Lagen gibt, sind darunter auch ganz typische Bergspezialisten. Die bekanntesten sind die verschiedenen Enzianarten und die Alpenrose, auch das Edelweiss zählt zu den „Prominenten“ unter den Alpenblumen der Schweiz.

  • Etwas weniger bekannt sind die verschiedenen Steinbrech-Arten wie etwa der Trauben-Steinbrech oder der Eisenhut, der in der Schweiz mit der endemischen Unterart Walliser Eisenhut vertreten ist.
  • Auch verschiedene Distelarten fühlen sich in hohen Lagen wohl; die bekannteste von ihnen ist die Silberdistel.
  • Von vielen Tieflandarten gibt es ähnliche Arten oder Unterarten, die zu Bergspezialisten geworden sind, wie etwa die Alpen-Akelei, die Alpenaster, der Alpen-Wundklee oder der Alpenmilchlattich.
  • Manche Pflanzen sind in der Schweiz endemisch, kommen also nur in diesem Land vor, wie der Rhätische Alpenmohn, den es vor allem im Engadin, etwa im Schweizerischen Nationalpark, gibt.

Wann ist die Blütezeit der Alpenflora?

Durch die kurzen Sommer und die oft frühen Wintereinbrüche in den Bergen ist die Blütezeit der Alpenflora deutlich kürzer als in tieferen Lagen. Der Bergfrühling wird vor allem durch die Alpenrose dominiert, die von Mai bis in den Juli hinein ganze Hänge rosa erblühen lässt. Die zwei in der Schweiz heimischen Arten – die Behaarte Alpenrose und die Rostblättrige Alpenrose – bilden niedrig wachsende Sträucher und kommen in einer Höhe von bis zu 2.800 Metern vor. Die meisten Alpenpflanzen haben ihre Blütezeit im Hochsommer, also im Juli und August; zu dieser Zeit lässt sich die grösste Vielfalt an Bergblumen beobachten.

Welche Bedingungen haben Einfluss auf die Pflanzen an einem Standort?

Welche Pflanzen man an einem Standort antrifft, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Das sind vor allem

  • Temperatur
  • Feuchtigkeit
  • Bodenbeschaffenheit

Die Temperatur hängt natürlich vor allem mit der Höhenlage, aber auch mit der Sonneneinstrahlung zusammen: So sind Südhanglagen wesentlich wärmer als schattige Standorte, die nur wenig Sonne abbekommen. Auch die Feuchtigkeit spielt eine grosse Rolle: Manche Pflanzen sind spezialisiert auf trockene Standorte wie wasserdurchlässige Felsen, in denen jeder Regentropfen sofort versickert, und können selbst auf den kargen Böden der hochgelegenen Felsregionen gedeihen. Andere lieben feuchte Standorte wie Wiesen mit Staunässe. Manche Arten können nur auf kalkigen, andere nur auf sauren Böden gedeihen; daher hat auch das Gestein der Berge einen Einfluss auf die Flora.

Welche Pflanzen wachsen in welchen Höhenlagen?

Am artenreichsten sind die Almwiesen in den tieferen Lagen. Dort wachsen typische Wiesenblumen wie Trollblume, Arnika, Fingerhut und verschiedene Glockenblumenarten, die oft grosse, bunte Bestände bilden. Auch Orchideen wie etwa verschiedene Knabenkrautarten – etwa das Gefleckte Knabenkraut oder der im Berner Oberland vorkommende Gelbe Frauenschuh – sind dort immer wieder zu sehen. Je weiter du nach oben kommst, umso härter werden die Bedingungen für die Pflanzen und umso geringer die Anzahl der Arten.

Wie gedeihen Pflanzen in hohen Lagen?

Je höher ein Standort liegt, umso schwieriger sind die Herausforderungen, vor denen die Pflanzen stehen: Die Temperaturen werden niedriger, die Sommer kürzer, Frost und Schnee treten auch im Sommer immer wieder mal auf. Damit müssen Pflanzen in Hochlagen über 2.500 Meter zurechtkommen. Um sich zu schützen, bilden die meisten Pflanzen in diesen Regionen einen kleinen, niedrigen, oft polsterförmigen Wuchs mit kleinen Blättern. Die Alpen-Soldanelle bildet bis in Höhen um 3.000 Meter kleine violette Farbtupfer mit ihren kleinen Blüten, die an zerfranste Glöckchen erinnern. In kargen Felsregionen kommen Spezialisten wie der Gletscherhahnenfuss oder der Gegenblättrige Steinbrech vor. Letzterer soll mit einem Vorkommen in den Walliser Alpen in einer Höhe von rund 4.500 Metern die am höchsten wachsende Blütenpflanze Europas sein.

Wo gibt es das Edelweiss?

Eine der bekanntesten und zugleich am meisten von Mythen umrankten Pflanzen der Schweizer Alpen ist das Edelweiss. Es kommt in felsigen Kalksteinregionen in Höhenlagen zwischen 1.500 und bis zu 3.400 Metern vor. Dass es nur an entlegenen und exponierten Felsstandorten gedeiht und daher nur unter grössten Gefahren gepflückt werden kann, ist allerdings ein Mythos, denn es wächst durchaus auch auf leicht zugänglichen Almwiesen, sofern die Bedingungen stimmen. Die kleinen weissen Blüten werden dort aber oft übersehen. Übrigens ist das Edelweiss eigentlich kein „echter Schweizer“: Es ist erst nach der letzten Eiszeit bei uns eingewandert und kommt wahrscheinlich aus den asiatischen Steppenregionen. Auch andere alpine Bergblumen in der Schweiz, wie Alpenrose, Steinbrechgewächse, die verschiedenen Enzianarten oder die Akelei, sind ebenfalls auf diese Art zu uns gekommen.

Wie kann ich Alpenblumen bestimmen?

Es gibt spezielle Bestimmungsbücher und sogar Apps für die Bestimmung von Bergblumen der Schweiz. Meist gehen sie von der Blütenfarbe aus, da diese das auffälligste Merkmal ist, und differenzieren dann nach weiteren Merkmalen wie Blütenform, Wuchsform, Biotop, Höhenlage. So lassen sich die meisten Alpenblumen auch für Ungeübte recht einfach bestimmen.

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