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Eine Bienenweide als gelebter Naturschutz und lebendiger Ziergarten

Es gibt immer weniger Insekten, auch die Honigbiene scheint langsam auszusterben – diese traurige Nachricht hat inzwischen jeder schon einmal gehört. Man kann dagegen aber etwas tun, indem man bei der Gartengestaltung Pflanzen wählt, die Bienen, Hummeln und anderen Insekten extra viel Nahrung geben. Eine Bienenweide schafft aber nicht nur eine gute Nahrungsgrundlage für die Insekten und ist damit aktiver Naturschutz, sondern ergibt auch einen wunderschönen und sehr lebendigen Garten.

Was ist eine Bienenweide?

Der Begriff Bienenweide bezeichnet eine Pflanze, die besonders viel Nektar und Pollen produziert und daher blütenbesuchenden Insekten reichlich Nahrung bietet. Diese Bienentrachtpflanzen, wie sie auch genannt werden, werden daher von Bienen und anderen Insekten besonders gerne und oft angeflogen, weil diese wissen, dass sich der Weg dorthin für sie lohnt. Eine Bienenweide kann aber auch ein Garten sein, in dem viele besonders nahrungsreiche Pflanzen für Insekten wachsen. Dabei geht es nicht nur um Honigbienen, sondern auch um andere blütenbesuchende Insekten wie etwa

  • Wildbienen
  • Hummeln
  • Schmetterlinge
  • Schwebfliegen

Wozu eine Bienenweide anpflanzen?

Insekten sind für das gesamte Ökosystem von immenser Bedeutung, weil sie die Nahrungsgrundlage für viele andere Tiere bilden. So leben viele Vogelarten zum grossen Teil oder ausschliesslich von Insekten, aber auch Säugetiere wie Igel oder Spitzmäuse, die wiederum die Beute grösserer Raubtiere werden. Die Bestände an Insekten gehen seit Jahrzehnten drastisch zurück, weil ihnen in unserer ausgeräumten und übernutzten Landschaft die Nahrungsgrundlage fehlt. Auch die Verwendung von Insektiziden, Pestiziden und anderen chemischen Mitteln ist für Insekten katastrophal. Daher ist es sinnvoll, im eigenen Garten zumindest eine kleine Ecke mit Pflanzen anzulegen, die sich als Bienenweide eignen. Dabei ist es nicht unbedingt nötig, die gesamte Gartengestaltung insektenfreundlich auszurichten, auch eine kleine Blumenwiese oder ein einzelnes Beet kann schon einen grossen Nutzen haben.

Welche Sorten geben am meisten Nektar?

Als Bienenweide eignen sich alle Pflanzen, die viel Nektar und Pollen produzieren, der für die Insekten leicht zugänglich ist. Blütenpflanzen wie

  • Kornblumen
  • Vergissmeinnicht
  • Anemonen
  • Ziermohn

bilden im Sommer eine fantastisch bunte Wiese. Sonnenblumen haben mit ihren grossen Blüten viel Nektar und geben jedem Garten ein strahlendes, sommerfrisches Aussehen. Sinnvoll ist es auch, die Pflanzen so auszuwählen, dass sie zu möglichst unterschiedlichen Zeiten im Jahr blühen. So kann man nicht nur den Bienen den ganzen Sommer über Nahrung bieten, sondern hat auch über viele Monate hinweg immer blühende Pflanzen im Garten.

  • Winterheide
  • Haselnuss
  • Schneeglöckchen
  • Krokus

blühen sogar im Spätwinter und decken damit die „Nebensaison“ ab.

Nutzt eine Bienenweide nur den Insekten etwas?

Neben dem Nutzen für die Natur kann eine Bienenweide auch etwas sehr Schönes sein, denn ein Garten, in dem es überall summt, strahlt eine grosse Lebendigkeit aus. Viele Bienenweidepflanzen lassen sich daneben auch ganz direkt nutzen. Kräuter wie Thymian, Schnittlauch, Zitronenmelisse, Lavendel oder Salbei locken nicht nur Bienen an, sondern eignen sich auch als Gewürz oder für Kräutertees. Obstbäume sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen und eignen sich mit ihrem Blütenreichtum besonders gut als Bienenweide, aber auch andere blühende Bäume wie Linde, Ahorn, Kastanie oder Robinie sind gute Bienenweiden. Auch eine sichtschützende Hecke kann eine Bienenweide sein, wenn dafür blütentragende Sträucher gepflanzt werden, wie

  • Liguster
  • Berberitze
  • Schlehe
  • Weissdorn

Welche Sorten eignen sich weniger als Bienenweide?

Als Bienenweide sind immer naturnahe, ursprünglich gebliebene Pflanzensorten, die in der Region auch natürlich vorkommen, am besten geeignet. Das müssen nicht unbedingt Wildblumen sein, auch Züchtungen können eine gute Bienenweide abgeben. Viele hochgezüchtete Zierblumen haben aber gefüllte Blüten, die mit ihren dichtstehenden Blütenblättern zwar besonders schön aussehen, aber oft stark zurückgebildete oder für die Insekten nur schwer zugängliche Staubblätter haben. Daher sind sie als Bienenweide oft nutzlos. Beim Anlegen einer Bienenweide sollte daher nicht die Schönheit der Blüte, sondern ihre Menge an Nektar und Pollen das ausschlaggebende Kriterium sein.

Woher bekomme ich Samen für eine Bienenweide?

Wenn man eine ganze Blumenwiese als Bienenweide anlegen möchte, ist es am besten, eine fertige Samenmischung zu kaufen. Dabei ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Samen nicht chemisch behandelt wurden. Auch Zwiebeln oder Jungpflanzen, die im Garten ausgesetzt werden, sollten nicht mit Pestiziden und anderen Pflanzenschutzmitteln in Berührung gekommen sein, weil die Insekten diese Giftstoffe später mit der Nahrung aufnehmen könnten. Die Aussaat sollte in jedem Fall im Frühjahr erfolgen, am besten zwischen März und Mai, damit die Pflanzen vor dem Sommer genug Zeit zum Keimen haben. Für die Aussaat sollte der Boden gut gelockert und frei von Unkraut sein. Dann müssen die Samen nur noch etwas angedrückt und in der ersten Zeit regelmässig gewässert werden, damit sie gut keimen können.

Wie richte ich eine Bienenweide auf dem Balkon ein?

Die ideale Bienenweide ist eine grosse, blühende Wiese. Aber auch auf kleinem Raum kann man etwas für die Insekten tun, denn viele Bienenweidepflanzen lassen sich auch in Pflanzkästen auf dem Balkon oder auf der Terrasse kultivieren. Gute Tipps für eine solche „Mini-Bienenweide“ sind

  • Fächerblume
  • Glockenblume
  • Kapuzinerkresse
  • Verbene
  • Löwenmäulchen
  • Lavendel
  • Wandelröschen

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